Im zweiten Lehrjahr haben alle Azubis bei Management Services die Möglichkeit, ein Auslandspraktikum in einem Land ihrer Wahl zu absolvieren. Marc und Niklas entschieden sich für Irland. Was sie alles erlebt haben und welche Erfahrungen sie dort sammelten, erzählen die beiden im folgenden Interview, das von unserem ehemaligen Azubi Cedric Babinski geführt wurde.
Was war euer erster Eindruck, als ihr in Irland angekommen seid?
Wir sind abends in Dublin gelandet und wurden selbstverständlich von einem ordentlichen irischen Sturm begrüßt. Es war kalt, dunkel und natürlich regnete es wie aus Eimern. Nachdem wir uns ein Taxi gerufen hatten, ging es zu unseren beiden Gastfamilien. Unser erster Eindruck war also etwas chaotisch, aber gleichzeitig ein echtes Abenteuer.
Gab es kulturelle Unterschiede, die euch überrascht haben?
Ja, vor allem die irische Pub-Kultur. In vielen Pubs gibt es Live-Musik, oft mit traditioneller irischer Volksmusik. Das gehört dort einfach zum Alltag dazu und schafft eine ganz besondere Atmosphäre.
Welche Städte habt ihr besucht und wie würdet ihr sie beschreiben?
Wir waren hauptsächlich in Dublin und haben am zweiten Wochenende einen 13-stündigen Trip nach Galway an die Westküste gemacht. Den Trip haben wir zu dritt mit einer Freundin gebucht. Galway war sehr naturbelassen und entspannt, Dublin eher lebendig.
Arbeit & Erfahrungen im Unternehmen
Was war eure spannendste Aufgabe während des Aufenthalts?
Die spannendste Aufgabe war definitiv im Bereich Prozessmanagement in der Zahntechnik. Die Firma hatte eine neue Software angeschafft, aber keine Zeit, sich richtig einzuarbeiten. Wir haben Skripte geschrieben und Tutorials erstellt, damit die Mitarbeitenden die Software besser nutzen können.
Konntet ihr neue Skills erlernen?
Ja, vor allem haben wir unser Englisch verbessert, inklusive ein bisschen irischem Akzent und neuen Vokabeln. Insgesamt hatte die Firma etwa 37 Mitarbeitende, davon ungefähr 10 im Labor. Wir hatten eine 40-Stunden-Woche und sehr flexible Arbeitszeiten. Außerdem haben wir gelernt, uns selbstständig mit dem Busverkehr zurechtzufinden, plus der berühmten Doppeldeckerbusse.
Was war der größte Unterschied zur Arbeit in Deutschland?
Der Arbeitsschutz kam uns teilweise weniger streng vor, was aber eher unsere persönliche Wahrnehmung war. Die Entsorgung empfanden wir hingegen als komplizierter. Es lag aber vielleicht auch daran, dass wir mit medizinischen Stoffen gearbeitet haben und es deshalb aufwändiger war.
Wie habt ihr euch im internationalen Team zurechtgefunden?
Sehr gut. Es gab zwar anfangs eine Sprachbarriere, aber man lernt miteinander und voneinander. Das Team war relativ jung, der Altersunterschied lag bei etwa 15 – 20 Jahren, was das Arbeiten sehr angenehm gemacht hat.
Persönliche Highlights
Was war euer coolstes Erlebnis außerhalb der Arbeit?
Definitiv der Besuch bei den Cliffs of Moher. Die Klippen und Felsen waren einfach beeindruckend. Auch Bustouren haben richtig Spaß gemacht. Außerdem bleibt uns ein Burgerladen besonders im Gedächtnis: „Bunsen“. Die Pommes und Burger waren mit Abstand die besten, die wir je gegessen haben.
Welche irische Tradition würdet ihr nach Deutschland mitnehmen?
Pferderennen und die lebendige Pub-Kultur gehören ebenso dazu wie der spürbare Stolz der Iren auf ihre Traditionen. Besonders in der Hauptstadt wird deutlich, wie eng die Menschen mit ihrer Kultur verbunden sind. Zudem haben wir die Iren durchweg als sehr freundlich erlebt. Davon könnte sich sicher die ein oder andere Person in Deutschland eine Scheibe von abschneiden 😊.
Fun & Lifestyle-Fragen
Habt ihr ein irisches Wort gelernt, das ihr behalten wollt?
Ja: „Sláinte“ – das heißt „Prost“.
Gab es einen Fail-Moment?
Ja, gleich am zweiten Tag haben wir die falsche Buslinie genommen und kamen eine Stunde zu spät.
Zum Abschluss – Reflexion
Warum sollten alle Azubis einmal so eine Erfahrung machen?
Man verbessert sein Englisch, sammelt wichtige Lebenserfahrungen, lernt eine neue Kultur kennen und hat gleichzeitig ein bisschen Urlaubsgefühl.
Würdet ihr nochmal nach Irland reisen?
Ja, auf jeden Fall. Auch wenn es noch andere coole Länder gibt, die man vielleicht sonst nicht direkt auf dem Schirm hat, war Irland eine richtig positive Überraschung.
